SMS group liefert Hochleistungs-Warmbandwalzwerk nach Indien

Das Bild zeigt das neue Hochleistungs-Warmbandwalzwerk von SMS group bei JSOL mit siebengerüstiger Fertigstraße

Mit dem Walzen des ersten Warmbands hat die SMS group das neue Hochleistungs-Warmbandwalzwerk bei Jindal Steel Odisha Ltd. (JSOL) erfolgreich in Betrieb genommen. Zur großen Zufriedenheit von JSOL erfolgte die Montage und Inbetriebnahme der Anlage trotz vorübergehender Einschränkungen durch die COVID-Pandemie in Rekordzeit.

Implementiert wurde das neue Warmbandwalzwerk durch SMS im JSOL-Werk in Angul im indischen Bundesstaat Odisha. Es ist das erste Warm­bandwalzwerk an diesem Standort. JSOL ist eine Tochtergesellschaft der O.P. Jindal Group.

Das Unternehmen ist durch eine langjährige und intensive Partnerschaft mit SMS verbunden, die in der Vergangenheit bereits mehrfach hochwertige metallurgische Anlagen an den indischen Stahlhersteller geliefert hat. Vor dem Hintergrund dieser bewährten Zusammenarbeit erteilte JSOL, SMS im Jahr 2021 einen neuen Auftrag über die Errichtung einer 1.780 Millimeter-Warmbandstraße, ausgerüstet mit den weltweit modernsten Technologien für die Warmbandproduktion, insbesondere im Hinblick auf das Walzen von Warmband mit geringen Enddicken.

Wesentliche Bestandteile des Warmbandwalzwerks von SMS group

Der Lieferumfang von SMS umfasste im Wesentlichen den Primärzunder­wäscher, Vorgerüst Nr. 1 in Duo-Bauweise mit angeflanschtem Staucher, Vorgerüst Nr. 2 in Quarto-Bauweise, ebenfalls mit Staucher, ein Vorband­kühlsystem, HiBox-Wärmehauben, eine dornlose Coilbox, Bandkanten­erwärmung, Trommelschere, Sekundärzunderwäscher, eine sieben­gerüstige Fertigstraße sowie eine Laminarkühlung und drei Haspel. Die SMS-Intralogisikspezialisten von Ammova steuerten außerdem ein Bundtransportsystem, Umreifungsmaschinen, eine Markiermaschine und eine Inspektionslinie bei.

Anspruchsvolle Produkte

In der Vorstraße werden Brammen mit einer maximalen Länge von zwölf Metern, einer Dicke von 180 bis 260 Millimetern und einer Breite von 800 bis 1.680 Millimetern auf Vorbanddicke gewalzt. Die gewalzten Warmbanddicken betragen 1,20 bis 20,00 Millimeter. Insgesamt ist das Warmbandwalzwerk von JSOL für eine Jahreskapazität von fünf Millionen Tonnen ausgelegt.

Das Spektrum der zu verarbeitenden Stahlgüten ist sehr breit gefächert und umfasst zum Beispiel hochanspruchsvolle Güten wie HSLA, Rohrgüten und Siliziumstähle. Der Anteil härterer Materialgüten liegt bei über 20 Prozent. Darüber hinaus lassen sich auch sehr dünne Bänder sicher und stabil walzen. Ermöglicht wird dies durch den Einsatz verschiedener innovativer Walztechnologien.

Bahnbrechende Technologie mit Vorbandkühlung,…

Für eine optimale Temperaturregelung in der Vorstraße hat SMS eine neu entwickelte Vorbandkühlung installiert. Die Vorband­kühlung verhindert eine unkontrollierte Luftkühlung während der Oszillation und wirkt sich günstig auf das Temperaturprofil und den Walzprozess in der Fertigstraße aus. Durch den Temperaturausgleich wird die Homogenität des Produkts verbessert.

…HiBox-Wärmehauben…

Das Warmbandwalzwerk von JSOL ist mit den neuesten Wärmepaneelen vom Typ HiBox ausgestattet. Dies vereinfacht die Inspektion und Instandhaltung der Elemente und erhöht die Standzeit im Vergleich zu herkömmlichen Schutzhauben um das Vierfache. Der Einsatz der HiBox-Paneele stabilisiert das Walzverhalten der Fertigstraße und versetzt JSOL in die Lage, den Produktmix in Richtung kleinerer Enddicken und/oder höherfesten Stahlgüten zu verschieben. Das HiBox-System sorgt außerdem für nachhaltige Einsparungen bei Energie­verbrauch, CO2-Fußabdruck und Betriebskosten.

… und dazu eine dornlose Coilbox…

Zwischen dem zweiten Vorgerüst und der Fertigstraße angeordnet formt die Coilbox das Vorband zu Coils und gleicht die Temperatur über die Vorbandlänge aus. Das Aufwickeln des Vorbandes verhindert ein Auskühlen der inneren Windungen. Material und Wärme werden akkumuliert. Das wirke sich günstig auf das zu walzende Material und den Produktionsprozess aus, so die SMS group. Durch die verbesserte Vorband­temperatur lässt sich das Produktspektrum um dünnere Banddicken erweitern.

…sowie Kantenheizvorrichtung und eine siebengerüstige Fertigstraße

Die vor dem Entzunderer der Fertigstraße angeordnete Kantenheizvorrichtung arbeitet mit induktiver Erwärmung. Dieser Prozessschritt hat zum Ziel, die Qualität der Bandkanten durch Beibehaltung optimaler Vorwalztemperaturen zu verbessern. Dies gewährleistet eine einwandfreie Produktion auch für anspruchsvolle Güten. Die siebengerüstige Fertigstraße in Quarto-Bauweise ist mit hydraulischen Anstellungen, hydraulischen Schlingenhebern und kombinierten CVC plus-Arbeitswalzenverschiebe- und -biegesystemen der neuesten Generation ausgestattet. Zum Lieferumfang gehörte außerdem das Prozessmodell X-Pact Profile, Contour and Flatness (PCFC), das alle Anforderungen für die Herstellung anspruchsvoller Produkte mit einem außergewöhnlich breiten Spektrum an Eigenschaften und Abmessungen erfüllt. PCFC berechnet die optimalen Sollwerte für die Stellglieder der CVC plus-Walzenverschiebung und des Biegesystems. Auf diese Weise sorgt PCFC für die Stabilität des Walzprozesses, höchste Produktqualität hinsichtlich der Bandgeometrie und einen flexiblen Stichplan.

Das Hochleistungs-Warmbandwalzwerk wird durch das Laminarkühlsystem und drei Haspel komplettiert. Die SMS-Intralogisikspezialisten von Amova steuerten außerdem ein Bundtransportsystem, Umreifungsmaschinen, eine Markiermaschine und eine Inspektionslinie bei.

 

Weitere Meldungen zur SMS group finden Sie > hier.

Foto: SMS group

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