ArcelorMittal: Erster DRI-Transport nach Eisenhüttenstadt

DryTainer von DB Cargo bei ArcelorMittal in Eisenhüttenstadt

Erstmals fährt ArcelorMittal mit Unterstützung von DB Cargo und Innofreight direktreduziertes Eisen nach Eisenhüttenstadt. Mit diesem Schritt eröffnet der Konzern eine Versorgungskette, an deren Ende künftig klimaneutraler Stahl produziert werden soll.

ArcelorMittal Deutschland hat einen ersten Testwaggon aus Hamburg mit direktreduziertem Eisen – sogenanntem Eisenschwamm – in Eisenhüttenstadt entladen. Den Transport setzte das Unternehmen gemeinsam mit den Logistikspezialisten DB Cargo und Innofreight um. Ziel war es, die Entlademöglichkeiten des Vorprodukts in den Anlagen am Standort zu analysieren.

„Der Test ist erfolgreich verlaufen, der Transport hat reibungslos funktioniert – ein weiterer kleiner Schritt auf unserem Weg der Dekarbonisierung. Die Spezialcontainer ermöglichen einen sicheren, umweltfreundlichen Transport und eine zügige Entladung“, kommentiert Dr. Ralf-Peter Bösler, Mitglied der Geschäftsführung bei ArcelorMittal Eisenhüttenstadt und verantwortlich für den Bereich Primärstahlherstellung.

ArcelorMittal: Transformationsprojekt von EU genehmigt

Mit diesem Schritt eröffnet ArcelorMittal eine Versorgungskette, an deren Ende künftig klimaneutraler Stahl produziert werden soll. Konkret geplant ist dafür die Umstellung der kohle- und koksbasierten Erzeung über Hochofen und Konverter auf eine neu zu errichtende Direktreduktionsanlage und drei Elektrolichtbogenöfen. Letztgenannte will ArcelorMittal perspektivisch mit grünem Wasserstoff und erneuerbarer Energie betreiben. Die EU-Kommission hat das Milliardenprojekt Ende Februar offiziell genehmigt. Kurz zuvor hatte Bundeswirtschaftsminister eine finanzielle Teilförderung des Bundes zugesagt.

Den Eisenschwamm für die Testfahrt hat ArcelorMittal in Hamburg unter Einsatz von Erdgas erzeugt. Der Transport des Materials erfolgte anschließend in speziell entwickelten Containern, sogenannten DryTainern des österreichischen Unternehmens Innofreight. Die pyramidenförmigen Stahlbehälter bieten dem Hersteller zufolge ein optimiertes Transportvolumen für feuchtigkeitsempfindliche Schüttgüter wie Eisenschwamm und können mit standardisierten Tragwagen auf der Schiene transportiert werden.

Im September 2022 hatte ArcelorMittal mit DB Cargo und Innofreight eine neue Entladeanlage am Standort Eisenhüttenstadt in Betrieb genommen. Diese verarbeite „umweltfreundlich, emissionsarm und automatisiert“ Rohstoffe für die traditionelle Stahlherstellung, heißt es. Zudem sei sie bereits auf die Entladung künftiger Einsatzstoffe wie Eisenschwamm vorbereitet.

Foto: ArcelorMittal

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